Die Alten und die Neuen

Von Oliver Sachse / SPRUCHREIF- ost

Pendelweg

Oliver Sachse 13.06.2011

Immer das Selbe...

 


Oh ich bin es Leid,

überall und unter jedem Stein der Neid -

der mutiert zur bösen Bestie dann,

wenn er seiner Realitäten überführt -

ihnen nicht entrinnen kann.


Eine Hand wäscht die andere und Geben gleich dem Nehmen,

weit verschollen treibt der dieser Tugend Land -

ward vom Drang nach Weisheit und Verstand,

in die Ewigkeit verbannt.

 

Was bleibt ist die Erinnerung,

das Wissen um Verluste und am Schorfe harter Kruste -

kratzt sich die Erkenntnis wundt.

Was übrig bleibt,

ist der Moment -

den der Mensch bewusst verpennt...

 

Vorsicht,

gebet acht -

aus dem Tage wird auch schnell die Nacht,

aus Sonnenschein kein Regen mehr,

sich zu retten weis.

 

Stattdessen hagelt es mit Eiseskälte,

in ein leer gelaufenes Meer...

 

Oliver Sachse Tenky

Jahreszahl

Oliver Sachse 15.03.2011

Zum Geburtstag


Länger werden sie die Tage,

Glocken weiß wie reiner Schnee –

blühen frisch im jungen Grase,

Gedanken die vergehen.

 

Schau dir tief,

in deine Augen –

schau dir tief,

ins Spiegelbild.

Was,

was siehst du da?

 

Feiern kannst du,

dich beschenken –

wieder ging ein Jahr.

Kannst drehen es,

und wenden –

fliehen...

...entkommen kannst du nicht!

 

Die Sonne,

Wind und warmes Wasser –

der Fluss des Lebens,

dir Elixier?

Im sich Winden kämpft die Seele,

verknotet in den Fängen –

um das Ziel,

die Geborgenheit des Lichts...

...mit Unendlichkeit besticht’s.

 

Länger werden sie,

die Tage und die Nacht wird sich belohnen –

mit lautem Lachen wohl des Wissens,

tief in den Ängsten –

all der Träume thronen.

 

Träume...

Sind die deinen dir erfüllt,

die Wünsche nicht zum Drang geworden,

getauscht mit blinden Zwängen?

Wichtig ist,

das man behält –

was die Wiege einst vermochte,

dir zu geben,

mit auf den Weg.

 

Geh nur,

lass dich nicht bremsen –

geh nur weiter und gib nicht auf.

Die Erkenntnis wird dich finden,

dich stoppen aus dem Lauf –

dir sagen wo die Wunden bluten,

dir sagen –

was du zur Heilung brauchst.

 

Ein ganzes Jahr in einem Leben,

ein Kuss dir vom Bestehen nur.

Inmitten all der Fülle wartet es für immer,

auf dich -

dir als Erinnerung im Hoffen,

du kannst dich in darin finden!

 

 

Oliver Sachse

Mein Vater / Apa'm

Oliver Sachse 31.01.2011

 

 

Als ich noch ein Kind war,

oft spielte ich allein -

lebte meine Träume,

grub mich in ihnen ein.

 

Sah Cowboys und Indianer,

auf dem Traumpferd die Prärie...

Mit meinen Freunden fing ich Frösche,

spielten Dieb -

Gendarmerie.

 

Eine ganz normale Kindheit,

so sah es sicher aus -

nur das der Stiefvater soff,

meine Mutter schlug und schrie -

fiel wohl keinem auf?

 

All die Jahre,

hab ich mir gewünscht -

einen Vater,

so wie du!

Dann hab ich dich gefunden,

nun weis ich was -

ich aus ganzem Herzen tu...

Dich lieben!

Mein Vater,

ich liebe dich!

 

Wieso können diese Kinder,

so frei und fröhlich sein?

Wieso sind die anderen Eltern,

so -

wie ich es mir wünsche?

Warum kann es nicht,

auch bei mir so sein?

Hören all die Kinder,

so wie ich -

ihren Vater vor Wut und ihre Mutter vor Schmerzen,

schreien?

 

All diese Fragen,

auf die es keine Antwort gab...

 

Keinen gab es,

so wie du -

allein der Elefant auf dem Spielplatz,

aus kalten Beton hörte mir zu.

Viele Tränen,

tiefe Trauer,

starker Schmerz -

die Sehnsucht nach dir...

Keiner konnte mir den Wunsch ersetzen,

in deinen Armen zu weinen -

zu lachen,

glücklich zu sein!

 

Vater

 

All die Jahre,

hab ich mir gewünscht -

einen Vater,

so wie du!

Dann hab ich dich gefunden,

nun weis ich was -

ich aus ganzem Herzen tu...

Dich lieben!

Mein Vater,

ich liebe dich!

Kreis Lauf

Oliver Sachse 22.01.2011

 

 

 

Was des Einem blinde Wut,

ist des Andren großer Mut –

zu entgegnen ohne Reue,

mit dem Leben tiefster Treue.

Nicht hinweg auf schnellen Brücken,

nicht hinweg mit Flügelschlag –

hinab in Tiefen seiner Zwänge,

die Verbundenheit ist Tat.

Noch wird sich jeder Irrtum finden,

Wahrheit leuchtet Winkel aus –

dem Trug ergeben wieder finden,

den Weg zu seinem Frieden!

Ein Moment

Oliver Sachse 16.01.2011

 

 

Nur ein Moment,

nur ein kurzer Augenschlag –

der Tag ist noch jung,

diese Ruhe...

 

Die Schatten vom Baum,

Sonnenstrahlen –

Der Blick aus dem Fenster,

diese Ruhe...

 

Meine Hand fest in deiner,

dein Kopf auf meinem Bauch –

Spüre deinen Atem,

sanft...

 

Durch die Nacht geflohen,

in den Träumen auf dem Thron –

nun liegen wir müde,

diese Ruhe...

 

Soll dieses Leben,

soll der Moment –

mir jetzt mit dir,

das Ende sein.

 

Wird diese Ruhe,

das Spüren unserer Nähe –

im Gehen der Zeuge,

unserer Liebe sein.

 

Kein Gott eines Glaubens,

kein Zwangvoller Wille –

frei im Empfinden,

am Leben.

 

Jahre vergehen,

Zeit wird verschwinden –

Der Mut zu leben,

uns die Ewigkeit sein.

 

Nur ein Moment,

diese Ruhe...

Nur ein Moment,

mit dir...

Nur ein Moment,

in grenzenlosen Frieden –

nur ein Moment,

in mir!

 

Video zum Gedicht auf YouTube

Keine Angst, es ist nur Me(h)er...

Oliver Sachse 10.12.2010

 

 

Aus der Nacht heraus mit kleinem Segel,

nun -

ich treibe,

ruhige See.

Dunkle Macht mit Sturmgetöse,

weit liegt mir blau der Schatz im Auge und die Hatz im leisen Schlorken...,

vergeht -

das Ruder findet seinen Weg.

Mit zarter Stimme säuseln Möwen,

in Sicht scheint Land mir bald zu sein und während ich im Boote liege,

auf dem Boden spür -

Wasser,

Salz dringt ein.

Nicht schnell,

nur langsam füllt mit kühlem Naß der Holzrumpf bis zum Rande sich -

und wo ich gerade noch gelegen halt ich nun ausschau,

steif im Stand -

mit müden Blick gefaltet meine Hände.

Mit einem Lied sink ich inmitten,

hinab in dunkle Seele -

des schweren Tons weit von den Klippen,

wo sich die Brandung bricht.

Traurig bin ich nicht,

ein letzter Atemzug der reinen Luft -

noch einmal schlag ich meine Flügel,

nocheinmal steig empor und seh von oben,

das kaum Boote Tuch im Wind.

Hinab im Sturz voran der Kopf,

ich gleite wie Delfin...und kurz nur quält sich mir das Licht,

in der Tiefe wirds vergehen.

Im Zauberwirbel,

Blasenpracht -

Explosion der Winde...,

Sinke

Findbar,

wenn gewollt im Groll des Sturmes Seele -

auf den Wogen weite See,

auf dem Boden Grund die Nacht.


Da ist mehr, im Meer...

Soziale Finanzkrise

Wer den Bauer nicht ehrt, ist die Ernte nicht wert!

Oliver Sachse 03.11.2010

 

„Befahl der König seinem Staat,

 gebt dem Bauern noch mehr Saat –

 im Tausch für dessen einzig Ross,

 auf das er mir bald bringen möge -

 Gewinn ins meine Schloss.

 

 Ergeben dem was ihm befohlen,  

 im Schweiße seines Blutes –

 seiner Mittel reich bestohlen,

 tat was ihm nichts Gutes.

 

 Königs Gier auf brachen Acker,

 unterlag der Ironie –

 das der Reichtum liegt begraben,

 im Bauern unterm Felde –

 was nun keiner mehr bestellte.“

Im Wunsch Daheim

Oliver Sachse

17.09.2010 / 23:45 Uhr

 

 

Im Wesen liegt der Wunsch,

geht mit dir -

die Jahre,

auf dem Weg weit fort,

fort und schenkt Vergangenheit.

 

Soviel Zeit,

verstrich und nagte -

am Gemüte dir und schrie,

wenn du gingest wohl,

zu weit...


Weit bis in den Morgen,

weit bis in das Abendrot -

weit hinaus,

hinter Dächer Wolken Berge.

Hinaus,

und weit geflohen -

im Fluge Albatros dich holen,

Erinnerungen.


Der Wunsch in Harmonie zu leben,

der Wunsch -

nach einem Heim,

der Wunsch sich rücklings fallen zu lassen -

im Wissen,

aufgefangen zu sein.

Kennst die Routen,

die Parolen -

Tore die sich öffnen,

Klappen fallen zu.

In dir,

mit dir der Wunsch verborgen -

im Vorhang Samt,

der rot gefallen.

Gute Mimik,

unter Schminke Traurigkeit -

Schauspielerei.

 

Applaus und himmelhohes Jauchzen,

die Tränen sind kein Glück...

Im Wunsche dir vertrocknen,

noch bevor -

sie dir die Wangen netzen,

weil da was erfror.

 

So ziehen an dir die Stürme der Zeit,

gestreckt bleibt deiner Hand Verlangen leer -

suchst ängstlich deinem Gehen nah,

der Augen tief nach mehr.

Mehr als nur Verlegenheit,

Blindheit nur aus Flucht heraus -

mehr als nur die Gegenwehr,

deiner Offenbarung.

 

Der Wunsch in dir,

auf all den Wegen -

im Gepäck dir Wackerstein.

In all den Zielen nie gewonnen,

was du im gehen hast verloren -

Daheim!

Mastknast oder Fahnenflucht

  Oliver Sachse

 "Wie eine Fahne im Wind" 

    28.11.2009 / 1:30 Uhr

 

 

 

Als wäre man Taub und Stumm,

inmitten des Alltagstrosses -

hinterher,

dem Menschenstrome Ziel.

Die Kragen hoch geschlagen,

kaum das man Gesichter sieht -

Augen schrecken,

Flucht.

Auf Plakaten prangern Thesen,

weithin sichtbar man besticht -

in Wirtschaftskrisen zünden,

Wenige ein Licht.

 

Vernahm man schon so oft,

der wehend Fahnen Seile -

am Maste schlagen klirrend weich,

als grüßten sie -

vielleicht...

 

In die Presche,

voll an Tatendrang -

Geist sich windet,

laut!

Als würde man verwirrt im Ziele sein,

nur -

weil sich Zweifel baut.

So schleift sich das Gemüt im Taumel,

vom Regen in die Traufe -

sich selbst und dessen wohl bewusst,

den Trugschluss kaum im Zaume.

 

Vernahm man schon so oft,

der wehend Fahnen Seile -

am Maste schlagend klirrend weich,

als grüßten sie,

vielleicht...

 

Das man nicht in allem rennt,

hinterher und kennt -

was dem Anderen verborgen,

weil er sich nicht bekennt.

Stolz im Wandel der Erkenntnis,

sich eben nicht im Wind zu wiegen -

gelehnt im Schoße der Neurose,

fläzt -

und kotzt von oben...

 

Man sei nicht an den Mast gebunden,

man sei nicht nur -

ne Fahne!

Sträubt sich wild und merkt sich nicht,

im Schlagen -

an den Mast.

Tatsächlich ist des Leibes Qual,

dem Geiste unterlegen -

so dient auf Teufel und komm raus,

dem Symbole nun das Wesen.

 

Vernahm man schon so oft,

der wehend Fahnen Seile -

am Maste schlagend klirrend weich,

als grüßten sie,

vielleicht...

 

Umspannt des all gesamten Lebens,

verborgen ist nichts mehr -

in der Umkehr...

Glaube revolutionär zu sein,

verschwunden -

längst,

wohl im Tertiär -

so scheint’s.

Fahnen werden weiter wehen,

die Seile singend klagen -

haltend der verklärten Farben,

an die Masten schlagen.

Winden um des Stoffes Fülle,

sich schämend seiner Zwänge!

 

Wie eine Fahne weht,

und -

für alles steht,

weis der Wind wohl noch am ehesten -

wohin er Morgen weht...

Prüfe sich was Rügt

Oliver Sachse  19.03.2010

 


Wenn im Leib sich braut ein Sturm,

die Wogen des Gemütes voller Gischt erliegen –

in Raserei des Unbehagens,

über Lippen schwappen.

Eitelkeit und Selbstbetrug,

fehlend der Entscheidung –

über all den Mut dann dennoch siegt,

blinde Wut?

 

Manisch mürben die Gedanken,

noch im Lauf des Neubeginns –

krachen an die Schranken,

eigenen Betruges.

Im Schauspiel schlecht gelehrt am Fenster,

weit hinaus fällt falsches Lachen –

und noch im Selbstgefallen scharrend,

tötet Übermut den Narren!

 

Was nagt im Leib an Seelenschmerz,

was hat dir Feigheit angetan?

Was lässt dich wütend schimpfen,

was dich Deklinieren?

Noch im Eifer deines Neides,

noch im Zuge deiner Frustration –

bereits im Nacken sitzt dir deine Wahrheit,

wartet voller Hohn!

 

Erwartet man im Tagelohn,

für sich im Wesen Ehre –

sollte Reich der Tugenden im Tun,

den Anderen nicht verwehren!

Nun soll der Spiegel Richter sein,

das Ohr der Zunge lauschen –

im Schlafe holen dich an Haaren,

die Seelen deiner Leichen.

 

Was dir die Gabe erst ermöglicht,

der Bestand Vielfältigkeit –

was in dir gebärend fähig,

lag im Anderen schon bereit.

Im Wesen zeigt sich Größe dann,

ist sie sich bewusst –

das nur im Gegenüber,

der Fundus deines Könnens liegt.

Je mehr die Akribie sich übt,

der Negationen dünkt –

je tiefer wird dein Wesen fallen,

in deiner Ängste Schlund.

 

Wer der Meinung ist dem Bunten,

Trostlosigkeit zu unterstellen –

badet wohl in dunklen Wunden,

in Ängsten eigener Farblosigkeit.

Wenn man sich im Tun erhofft,

Anspruch hebt der Eigenheit –

ruhts im Gegenüber stets zu geben,

wenn man zu Gleichem stets bereit!

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